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ZUSAMMENFASSUNG I V A N E C BEITRÄGE ZUR GESCHICHTE VON IVANEC BIS 1940 sind auch ein Beitrag zu Feierlichkeiten anläßlich des 600. Jahrestages dieses “alten Ortes”, wie Ivanec Ende dreißiger Jahre dieses Jahrhunderts der große Kenner der Geschichte von Zagorje, Prof. Gjuro Szabo, bezeichnete. Ivanec feiert heuer die erste schriftliche Erwähnung in der Urkunde von Ivan Paližna jun. vom 22. Juni 1396. In dieser Urkunde wurden den Einwohnern von Ivanec die früheren Rechte bestätigt, woraus man mit Recht schließen kann, daß der Ort schon mindestens hundert Jahre früher bestanden ist. Das Buch beginnt mit einer Darstellung der geologischen Entstehung des Raumes Ivanec und des Berges Ivanèica (1061 m), der dieselbe geologische Entwicklung wie Nordwestkroatien aufweist. In grauer Vergangenheit, also vor 400 Millionen Jahren - im Paläozoikum - war Kroatien unter dem Meer, an dessen Boden sich große Mengen verschiedener Meeresorganismen ablagerten. In diesem großen Zeitraum lagerten sich dicke Schichten von Sedimentstein ab, deren Stärke auf mehr als 10.000 m geschätzt wird. Im Kapitel ARCHÄOLOGISCHE FUNDE VON IVANEC wird die Entdeckung von Stjepan Vukoviæ im Jahre 1939 geschildert. Der paläolithische Fundort wurde auf Ackerfeldern und in tief eingeschnittenen Rinnen des Dorfes Punikve, östlich von Ivanec entdeckt. Auf diesem Fundort wurde eine sehr alte paläolithische Steinindustrie gesammelt, die auf der Oberfläche zerstreut wurde. In Punikve wurden die ältesten Steinartefakte in Kroatien gefunden. Das Alter der gefundenen Werkzeuge wird auf 500.000 Jahre geschätzt, was diesen Fundort auch im europäischen Rahmen bedeutend macht. Weitere bedeutende archäologische Fundorte im Raum Ivanec sind Höhlen Vindija bei Donja Voæa und Maèkova spilja an den Abhängen von Ravna Gora in der Nähe des Dorfes Goranci. In der Umgebung von Ivanec befinden sich viele Fundorte aus Neolithikum (Jungsteinzeit). Zahlreiche archäologische Funde beweisen, daß Gebiete nördlich von Ivanèica dauernd bewohnt wurden und ein Mittelpunkt der Tätigkeit von Generationen von Menschen ab Anfängen bis in die Römerzeit waren, ein Gebiet, wo Völker aufeinandertrafen, wo materielle und geistige Kultur bis in unsere Tage geschaffen wurde. Das Kapitel IVANEC BIS ZUR ERSTEN ERWÄHNUNG IM JAHRE 1396 schildert die Entstehung und Entwicklung des Ortes. Ivanec ist in Beziehung zum Orden des Hl. Johann von Jerusalem, Fratres hospitalis sancti Johannis Ihreosolimitani, zu setzen, welche in der kroatischen Geschichtsforschung Johanniter genannt werden. Die Mitglieder dieses Ordens kamen Mitte 12. Jh. nach Kroatien und die ersten schriftlichen Quellen über ihre Anwesenheit hierzulande weisen auf das Jahr 1201 hin. Die Johanniter besaßen Ortschaften auf beiden Uferseiten des Flusses Bednja: Bela, Margeèan, Seljanec, Ružakovac, Završje, Škriljevec und Oseèka und ein wenig weiter entfernt Loverèan, Cerje, Tužno, Jurketinec, Gaèice, Lukavec, Stažnjevec, Vitešinec, Šaturnjak, Punikve, Prigorec, Ivanec und Vuglovec. 1392 wird als Prior Ivan Paližna jr. erwähnt. Er war 1396 Prior und wohnte in der Burg Bela auf Ivanèica. In die Geschichte ging er dank jener Urkunde ein, mit welcher die Lage der alten und neuen Untertanen in der freien Gemeinde des Hl. Johann geregelt wird, was die erste schriftliche Erwähnung von Ivanec bedeutet. Ivanec wurde bis Mitte 16. Jh. als ein Teil des Großbesitzes angeführt, dessen Zentrum die Templer- und Johanitterburg Bela war. Mitte 15. Jh. wurde IVANEC IN DEN WELTLICHEN BESITZ überführt. Der Besitz Bela mit Ivanec wurde gegen 1500 an die Grafen Ladislaus, Toma und Ferenz Petheö de Gerse um 5.600 Dukaten verkauft. So wurde Ivanec mit der Umgebung zum Besitz dieser ungarischen Familie und blieb es bis 1738. Gebrüder Petheö de Gerse wurden auch zu Besitzern des Kastells Ivanec un der Dörfer Ivanec, Prigorac, Punikva, Vuglovec und Lovreèan (heute Geèkovec) und bis 1558 wurde auch Kastell gebaut. Ivanec wurde zu deren Familiensitz und Wirtschaftszentrum. Die alte Burg Ivanec hatte auch eine Verteidigungsfunktion, vermittelte aber den Eindruck eines Magnatenpalastes. Sie bestand aus vier Flügeln, die sich kreisförmig aufeinanderschließen und wurde auf dem strategisch günstigen Punkt errichtet, von wo aus Wege nach Ivanec aus allen Richtungen kontrolliert werden konnte. Die Besitzer von Ivanec und Bela, zu dem Zeitpunkt Benediktus und Ladislaus Petheö, sahen über die Gültigkeit der Urkunde aus 1396, bestätigt 1421, hinweg, mit welcher die Einwohner von Ivanec eine Geldabgabe, aber mit einer geringeren Fronarbeit zu leisten hatten. Daher rebellierten die Einwohner von Ivanec 1568 und 1569 und konnten einigermaßen eine Erhöhung der Naturalrente mildern. Die Grundbesitzer Petheö und die unmittelbar benachbarten Adligen erkannten die Privilegien der Einwohner von Ivanec nicht an und betrachteten sie als Untertanen. Der letzte männliche Nachkomme der Familie, Johann Petheö de Gerse, starb in Ivanec am 16. Dezember 1728. Er hinterließ den Besitz im schlechten Zustand, der dazu noch verschuldet war. Die Besitztümer Bela, Ivanec und Jurketinec wurden an den Grafen Ladislaus Erdödy von Novi Marof verkauft. Er sanierte die Wirtschaft des Besitzes, füllte die Burggraben mit Wasser, baute das zweite Stockwerk und renovierte das Kastell von Ivanec. Trotzdem blieben die Erdödy nicht im dauerhaften Besitz von Bela und Ivanec, weil die weiblichen Nachkommen der Familie Petheö de Gerse 1763 ein Verfahren gegen den Grafen Erdödy und die königliche Schatzkammer einleiteten, indem sie anführten, daß ihnen zu Unrecht die Erbschaft weggenommen wurde, die ihre Vorfahren mit dem Geld gekauft und nicht durch eine Schenkungsurkunde bekommen hatten. Mit Hilfe von Mirko Karl Raffay, dem Bischof von Ðakovo, wurden nach 54 Jahren Prozessierens die Besitztümer Bela, Ivanec und Cerje unter fünfzehn Adelsfamilien, Nachkommen der Familie Petheö de Gerse, verteilt. Ivanec mit dem dazugehörigen Grund fiel an die Familie Peharnik-Hotkoviæ, der adlige Franjo Kukuljeviæ (1774-1844) erbte das Gut Ivaneèka Kaniža, der adlige Antun Kukuljeviæ (1788-1851) bekam Jurketinec und einen Teil von Ivanec, die Adelsfamilie Krajaèiæ das Dorf Geèkovec, Adliger Samuel Bužan Güter in Ivanec und Wälder auf Ivanšèica. So erbten nach ihrer Urgroßmutter Katarina Zmajloviæ Onkel und Vater von Ivan Kukuljeviæ, Franjo und Antun Kukuljeviæ, Teile des Besitzes von Bela und Ivanec. 1867 kaufte Ladislav Kukuljeviæ-Sakcinski die Burg, Božidar Kukuljeviæ-Sakcinski (1861-1927), Besitzer von Ivanec seit 1896, erbte sie. Wegen großer Verschuldung ging die Burg von Ivanec 1934 in den Besitz von Dr. Josip Šaban über. Das Schicksal des prächtigen Schlosses, des Wahrzeichens der Vergangenheit von Ivanec versiegelten die Kriegswirren während des 2. Weltkrieges. Im Spätherbst 1943 wurde die Burg in Brand gesteckt und schwer beschädigt. Jahrelang dem Verfall ausgesetzt, hielt das Schloß noch bis 1959 aus, als die restlichen 2 Türme niedergerissen wurden. 1985 starb Prof. Ladislav Šaban, Besitzer eines Teiles der Burg von Ivanec, welcher die Geschichte von Ivanec eben durch die Klärung der Geschichte der alten Burg erforschte. DIE PFARRE DER HL. MARIA MAGDALENA UND DIE KIRCHE DER HL. MARIA MAGDALENA in Ivanec sind Symbole des Katholizismus in Ivanec und seiner nächsten Umgebung. Die Kirche, das Pfarramt und Kapellen des Hl. Geistes und des Hl. Donat sind die einzigen übriggebliebenen Kulturdenkmäler im Raum Ivanec. Ivanec wird 1574 als Pfarre erwähnt. Der Hauptgrund für so späte Gründung der Pfarre in Ivanec liegt darin, daß Bevölkerung keine Kirche für Befriedigung der Glaubensbedürfnisse hatte. Ein Umstand, der relativ späte Gründung der Pfarre von Ivanec beeinflußte, war die kirchliche Obrigkeit der Johanniter von Bela und ihre Kapelle des Hl. Johann des Täufers in Ivanec, die in Ivanec bis 1674 bestand. Die Grafen von Petheö, Besitzer des neuerrichteten Schlosses, welches seit 1558 besteht, kümmerten sich nicht um die Kapelle der Johanniter, weil sie vorhatten, eine neue bauen zu lassen. Für die Adligen jener Zeit war der Besitz einer eigenen Kapelle eine Prestigefrage. Immerhin stand die Kapelle der Johanniter mehr als 350 Jahre. Familie Petheö de Gerse baute 1686 neue, gleichnamige Kapelle, die 16 m lang und 6 m breit war. Die Höhe war beträchtlich, weil sie zwei Chore hatte, während das Hauptaltar dem Hl. Johann dem Täufer geweiht war. Graf Ladislav Erdödy setzte die Einrichtung der Kapelle fort: 1771 wurde die Decke mit Wandmalereien geschmückt, die Zahl der Heiligenbildnisse erhöht, auch eine kleine Orgel wurde besorgt. Dann bemerkte man leider Risse, welche drohten die Decke von den Wänden zu trennen. 1844 wurde die Kapelle niedergerissen und die restlichen Teile und Inventar befinden sich heute in der Pfarrkirche der Hl. Maria Magdalena, während das Eingangsportal aus dieser Kapelle den Eingang in das Pfarramt schmückt. Gemäß einer Visitation aus dem Jahre 1649 wurde zum ersten Mal die Kapelle des Hl. Geistes in Prigorac erwähnt. Nach dem Bautypus entstand der Hl. Geist Ende 14. Jh. Die kleine Kirche ist wunderschön auf einer Bergkuppe 564 m ü.M. gelegen und dominiert über den ganzen Raum Ivanec. Die Pfarrkirche der Hl. Maria Magdalena wurde von 1758 bis 1760 von Ladislav Erdödy und seiner Gemahlin Ana Maria Illeshazy († 1756) erbaut, geschmückt mit schönen Altären und Wandmalereien des Slowenen Antun Doveèer, die 1779 entstanden. Das Kapitel FEUDALISMUS UND AGRARVERHÄLTNISSE AUF DEM GROSSGRUNDBESITZ IM 16. UND 17. JAHRHUNDERT schildert Ivanec als Feudalgut der Grafen Petheö, dessen Einwohner keine Privilegien haben. Hohe Steuerabgaben in Geld, in natura und als kostenlose Arbeit sind typisch für den Zeitraum bis Mitte 19. Jh. Die Fronarbeit betrug pro Siedlugsstätte im Sommer 4 und im Winter 3 Arbeitstage, während der Erntezeit jedoch konnte sie tagtäglich sein. Die sicherste Einnahmequelle für die Großbesitzer war aber die Weinsteuer, denn der Wein verkaufte sich immer gut. Nach der Aufhebung der Leibeigenschaft in Kroatien 1848 begann ein komplizierter Prozeß der Teilung der Hausgenossenschaften, die eine Traditionsform des gemeinsamen Lebens mehrerer Familien und Generationen darstellte. Die Hausgenossenschaften wurden von der Teilung betroffen, viele wurde heimlich geteilt. Das Gemeinschaftsbesitz einiger Hausgenossenschaften ist auch heute noch kein echter Besitz, sondern wurden nur die Benutzer der Grundstücksteile eingetragen. Die Landwirtschaft und Viehzucht auf dem Gebiet des Kreises Ivanec am Anfang des 20. Jh. sind durch die Angaben über Viehhandel, Zucht neuer Rassen, Getreide-und Obstsorten und Weingärten sehr gut dokumentiert. Der Viehhandel von 1902 bis 1912 zeigt, daß die Preise am Anfang dieser Periode durch große Nachfrage sehr günstig lagen. Im Weinbau wurde ein Erneuerungsprogramm der Weingärten, die Ende 19. Jh. von Phylloxera heimgesucht wurden, durchgeführt und die Lösung lag darin, daß einheimische Sorten durch amerikanische Weinreben ersetzt wurden. Gemäß den Mitteilungen der Gespanschaft Varaždin erreichte die Fläche der erneuerten Weingärten nicht die frühere Größe, aber der Ertrag der neuen Sorten - abhängig von Witterungsverhältnissen - erreichte und überstieg die Weinproduktion vor dem Erscheinen der Rebläuse. Besonderes Augenmerk wurde auf neue und qualitativ bessere Apfel-, Birnen- und Pflaumensorten gerichtet. In der Landwirtschaft wurde am Anfang des 20. Jh. der Großteil aller nutzbaren Flächen bebaut - 20,8 %. Auf die Wiesen enfiel 16,2 %, 4,1 % auf Weiden und 1,6 % auf Weingärten, während 53,1 % waldbedeckt war. Die Besitzverkleinerung auf dem Gebiet der Steuergemeinde Ivanec zeigt, daß es 1860 4.134 Parzellen gab, während sich 1935 die Zahl fast verdoppelte und auf 9.781 stieg. Die Landwirtschaft weist folgende Produktionsstruktur auf: Weizen 4,1 %, Mais 43,9 %, andere Getreidesorten 19,2 % (Roggen, Gerste, Buchweizen, Hirse) - Getreide insgesamt 67,2 %. Auf Kartoffel entfällt 13,3 %, Gemüse 1,1 %, Industriepflanzen 1,67 % und Futterpflanzen 2,5 % der Produktion. DIE WIRTSCHAFTSGESCHICHTE VON IVANEC wurde bis Mitte 19. Jh. durch Landwirtschaft und Hausgewerbe gekennzeichnet. In den Dörfern Jerovec, Bedenec und Dubravec betrieb man jahrhundertelang Töpferei. Das Dorf Kraševec zeichnet sich durch Herstellung von Schreinen aus, in denen Getreide, Nahrungsmittel und Bekleidung aufbewahrt wurden. In der Anfangsphase der Industrialisierung in Ivanec wurde die erste Schnupftabakfabrik errichtet, deren Besitzer 1831 Franjo Pust war. Zwanzig Jahre später wurde die erste Walzenmühle in Betrieb genommen, während das große Mühlrad das Wasser des Baches Bistrica betrieb. 1923 wurde die Mühle zur Gänze modernisiert, teilweise wurde sie aus dem Aggregat des Sägewerkes mit Strom versorgt. Die Produktion des Weißmehls betrug ein Waggon täglich. Diese Mühle war bis 1910 umsatzmäßig das größte Unternehmen in der Gespanschaft Varaždin mit jährlichem Betrag von 500.000 Kronen und hatte 10 - 14 Beschäftigte. Der wichtigste Wirtschaftszweig in Ivanec war Bergbau, der über 120 Jahre andauerte. Zuerst wurden Zinkkarbonat und Galenit für Zinkschmelzhütte in Kuljevèica abgebaut, die von 1863 bis 1883 in Betrieb war. Die Jahresproduktion betrug 600 Tonnen Zink. Die Anfänge des wichtigsten Unternehmens - der Kohlenbergwerke von Ivanec datieren aus 1883, als man im Kohlenbergwerk Kuljevèica mit reichen Braunkohlenschichten mit dem Abbau begann. 1886 begann man mit dem Abbau im Schacht “Viševiæ jama” bei Kaniža und 1895 im Schacht “Josef”. Das Kohlenbergwerk “Flora” in Ivanec wurde am 04. März 1901 in Betrieb genommen. So entstand die Bergbauregion Ivanec-Ladanje, die während ihres hunderjährigen Bestehens die Existenz vieler armen Familien dieses überbevölkerten Gebietes absicherte. Der Gewerbeverein in Ivanec wurde 1906 gegründet und ermöglichte die Anschaffung notwendiger Materialien, das Kreditieren, sowie die Sozialversorgung der Familienmitglieder der Gewerbetreibenden. Im Kreis Ivanec gab es 1911 365 Gewerbetreibende. In Ivanec selbst gab es 31 - 45 Gewerbetreibende. 1934 sind schon 193 Gewerbetreibende tätig. Die Anfänge des SCHULWESENS IN IVANEC datieren aus dem Jahr 1622. Die Kinder wurden in Liturgie und den grundlegenden zivilisatorischen Bedürfnissen jener Zeit unterrichtet. 1780 wurde als Lehrer Antun Bernadiæ, ein junger Mann korrekten Benehmens, guter Sänger und Orgelspieler angestellt. Die Schulgemeinden Ivanec und Kaniža schloßen am 17. Februar 1839 mit dem Religions- und Unterrichtsamt der Königlichen Landesregierung einen Contractus - einen Vertrag über den Bau des Schulgebäudes auf dem Grundstück neben der Kirche in Ivanec. So nahm die allgemeine Grundschule in Ivanec ihre Arbeit auf. Im Gedenkbuch der Schule steht geschrieben, daß 1876 Mädchen von den Jungen wurden, so daß seit dem zwei selbständige Schulen bestehen. Die Mädchenschule wurde im November 1867 durch Spenden der Einwohner von Ivanec und des Pfarrers Stjepan Vukoviæ gegründet, welcher die barmherzigen Schwestern aus Zagreb einlud, die Schülerinnen zu unterrichten. In ihrer Ausbildungstätigkeit hatten die Schulen von Anfang an Schwierigkeiten mit Schulräumen, Lehrpersonal und Lehrmittel. Die Raumsituation verbesserte sich auch in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg nicht wesentlich. Im Schuljahr 1911/1912 besuchten die Schule für Jungen gegen 250 Schüler, den Ganztagunterricht hielten nur 2 Lehrer. Sehr viele Kinder wurden vom Schulbesuch befreit. Gesundheitspflege war sehr schlecht, weswegen sehr viele Schulkinder starben. Der allgemeiner Gesundheitszustand der Bevölkerung in Ivanec und Umgebung verbesserte sich, als Dr. Mavro Spiller kam und sich persönlich dafür einsetzte, daß die regelmäßigen Untersuchungen und Behandlung von kranken Kindern eingeführt wurden. Neben der Schule für Jungen, später Grundschule für Jungen, und der Schule für Mädchen, wird im Buch die Entstehung der Schule in Kuljevèica dargestellt, die 1879 mit dem Unterricht begann. Die Mischgrundschule in Prigorec nahm ihre Arbeit 1929 auf. Im Kapital GESELLSCHAFTSLEBEN IN IVANEC wird die Wirkung des 1885 gegründeten Lesesaals geschildert. In den dreißiger Jahren ist in Ivanec auch eine Laienschuspielertruppe tätig. Der Lesesaal veranstaltete Konzerte der klassischen Musik und Vorträge. Gesang- und Musikvereine haben in Ivanec eine Tradition seit Anfang 20. Jh. Zuerst wurde eine Blechmusikkapelle im Rahmen des Freiwilligen Feuerwehrvereines gegründet, dann folgten 1919 ein Tamburizzaorchester (Tamburizza ist ein Saiteninstrument; Anm. des Ü.) und 1920 und 1936 Sängerchor. Die Anfänge des Sports in Ivanec werden nach Beendigung des 1. Weltkrieges aufgezeichnet. Studenten Franjo Bukovec und Adalbert Spiller aus Ivanec waren in Zagreb aktive Athletiker, Mitglieder des Klubes HAŠK. Eine Gruppe von Sportlern, der Oto Hrazdira, Ing. Bambas, Gabro Boroveèki, Gebrüder Adalbert, Pavao und Emil Spiller angehörten, riefen Bergsteigen wieder in Leben, das noch 1898 bestand. Die Einwohner von Ivanec bauten eine Schutzhütte auf dem höchsten Gipfel von Hrvatsko Zagorje - auf Ivanèica, die Eröffnung fand am 1. September 1929 statt. Der kroatische Fußballklub “Viktorija” Ivanec wurde 1936 gegründet, obwohl in Ivanec der Fußball schon viel früher gespielt wurde. Der Klub hatte sehr bescheidene finanzielle Mittel zur Verfügung und überlebte dank Milan Gobec, dem lokalen Händler. Vor dem zweiten Weltkrieg wurde die “Viktorija” Ivanec eine ziemlich eingespielte Mannschaft und auf der Tabelle der III Pfarre des Zagreber Fußballvereines war sie im oberen Teil der Tabelle, gleich hinter den Varaždiner Klubs. Die Feuerwehr hat jahrhundertelange Tradition: der Freiwillige Feuerwehrverein wurde 1888 gegründet und gehört zu den ältesten Feuerwehrorganisationen in Kroatien. Er gründete Zweigniederlassungen in Lepoglava und Maruševec. Die erste Motorspritze wurde 1931 und der erste Feuerwehrwagen 1936 angeschafft. Große Verdienste für das Kulturleben in Ivanec leistete das Kino-Theater “Prosvjeta”. Im Frühjahr 1920 fanden die ersten Projektionen von Stummfilmen bei der Gasbeleuchtung statt. Die Tonfilme auf moderneren Kinoapparaten konnten die Einwohner von Ivanec ab 1936 sehen, die Rudolf Partliæ, dem angesehenen Schloßermeister und dem langjährigen Vorsitzenden des Gewerbevereins von Ivanec, gehörten. Das Kapitel DIE BEVÖLKERUNG VON IVANEC und Umgebung beschäftigt sich mit Bevölkerungsbewegungen ab dem 15. Jh., also ab dem Zeitpunkt, als sich Ivanec zu einer Ortschaft bildet. Zum Zeitpunkt der Gründung gab es sehr wenige Einwohner, Ende 16. Jh.gab es nach Schätzungen 230 bis 270 Einwohner. Laut kirchlichen Visitation aus dem Jahr 1649 hat Ivanec mit der Umgebung 50 Genossenschaftshäuser, in denen im Durchschnitt 7 bis 8 Mitglieder lebten, woraus hervorgeht, daß die Marktgemeinde 350 - 400 Einwohner haben durfte. Die Pfarre der Hl. Maria Magdalena hatte damals insgesamt 214 Häuser und die Zahl der Einwohner wird Ende 17. Jh. auf 1500-1700 geschätzt. Die erste offizielle Volkszählung im Jahre 1857 zeigt, daß Ivanec 1.476 und mit den ersten umliegenden Dörfern 3.616 Einwohner hat. Um die Jahrhundertwende, d.h. nach der Volkszählung aus dem Jahr 1900, hat Ivanec 2.432 Einwohner. Vor dem 2. Weltkrieg wohnen in Ivanec 3.074 Menschen. Seit der ersten Volkszählung bis heute hat sich die Zahl der Einwohner in Ivanec fast verdreifacht. Im letzten Kapitel LOKALE SELBSTVERWALTUNG - KREIS UND GEMEINDE verfolgt der Autor die Lage und Entwicklung von Ivanec in der administrativen Teilung der Varaždiner Gespanschaft und nach dem Zerfall der K.u.K. Monarchie im Rahmen des Zagreber Kreises des Königreiches Jugoslawien. Ab 1924 bis zum Beginn des 2. Weltkrieges ist Ivanec Sitz des Kreises und dreier Gemeinden. In den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts wurde Ivanec ”zur größten Dorfgemeinde im Staat”, so daß allmächlich sieben Steuergemeinden entstanden: Ivanec, Bednja, Donja Voæa, Klenovnik, Lepoglava, Maruševec und Višnjica. Weiterhin wird in diesem Kapitel die Entwicklung des Kommunalwesens in Ivanec dargestellt: 1901 wurde Ivanec mit Wasser versorgt, Erweiterung des Netzes erfolgte 1932, und noch später wurde das Netz auf die umliegenden Dörfer erweitert. Die öffentliche Petroleumbeleuchtung wurde in den zwanziger Jahren eingeführt. Am Heiligen Abend 1939 erhellte das elektrische Licht Ivanec. 1940 nahmen die Schulambulanz und Tbc-Ambulanz die Arbeit auf. Im ANHANG zu den Beiträgen zur Geschichte von Ivanec bis 1940 wurden Texte berühmter Einwohner von Ivanec veröffentlicht, die der Öffentlichkeit unbekannt sind, jedoch vom großen zivilisatorischen, geschichtlichen und kulturgeschichtlichen Wert sind. An erster Stelle ist die Lebensbeschreibung vom Hl. Johann dem Täufer, dem Heiligen und Schutzpatron von Ivanec. Die veröffentlichten Texte stammen aus dem Nachlaß von Božidar Kukuljeviæ-Sakcinski, Bruno Županiæ, die Texte von Franjo Horvath, von die Volks-sitte in Ivanec, aus den Aufzeichnungen der Maler Mirko Raèki, Ivo Ladika, Adalbert Georgijeviæ, Otokar und Pavica Hrazdira. Der Buchautor führte in den siebziger Jahren Gespräche mit Frau Pavica Hrazdira. Die Nachricht über die Auflösung der Produktion in der Zinkschmelhütte in Kuljevèica wurde aus der Zeitung Narodne novine für das Jahr 1883 übernommen. Veröffentlicht wurden auch die Artikel von Hinko Blumschein über die Kohlenbergwerke von Ivanec, sowie die Abhandlung von Vinko Pinter über die Töpferei in Jerovec. Vom Prof. Ladislav Šaban wurde der Brief aus dem Jahr 1974 veröffentlicht. Übersetzung aus dem Kroatischen: DUÈAKIJEVIÆ d.o.o. |